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Unter 8 Grad wird nicht gefüttert. Von 8 bis 12 Grad Weizenkeimfutter mit niedrigem Protein, von 12 bis 18 Grad Ganzjahresfutter, ab 18 Grad Wachstums- oder Farbfutter mit hohem Proteinanteil. Entscheidend ist die gemessene Wassertemperatur, nicht die Lufttemperatur.
Koi sind wechselwarm. Ihr Stoffwechsel und damit die Verdauungsleistung hängen direkt an der Wassertemperatur. Ein proteinreiches Wachstumsfutter, das bei 22 Grad in wenigen Stunden verwertet wird, liegt bei 11 Grad tagelang unverdaut im Darm – mit den entsprechenden Folgen für Fisch und Wasserwerte.
Die Staffelung nach Wassertemperatur
| Wassertemperatur | Futtertyp | Rohprotein | Fütterungsrhythmus | Zum AngebotAngebot |
|---|---|---|---|---|
| unter 8 °CWinterruhe | Keine Fütterung. Der Stoffwechsel steht praktisch still. | — | — | |
| 8 – 12 °CFrühjahr / Spätherbst | Weizenkeimfutter, leicht verdaulich, sinkend oder schwimmend | ca. 28 % | 1× alle 2 Tage | Produkte ansehen |
| 12 – 18 °CÜbergangszeit | Ganzjahres- oder Standardfutter, moderater Fettanteil | 30–35 % | 1–2× täglich | Produkte ansehen |
| 18 – 26 °CHauptsaison | Wachstumsfutter oder Farbfutter, hoher Proteinanteil | 38–45 % | 3–4× täglich | Produkte ansehen |
| über 28 °CHitzeperiode | Menge reduzieren, Sauerstoffgehalt beachten | wie oben | 1–2× täglich | Produkte ansehen |
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Im Frühjahr weicht die Lufttemperatur regelmäßig um mehrere Grad von der Wassertemperatur in 80 Zentimetern Tiefe ab. Ein warmer Apriltag bedeutet nicht, dass das Wasser bereits bei 14 Grad steht. Ein Teichthermometer auf mittlerer Tiefe ist die Voraussetzung für jede Fütterungsentscheidung.
Was auf der Verpackung tatsächlich zählt
Rohprotein
Der wichtigste Wert. Hoher Proteingehalt bedeutet Wachstum, aber auch hohe Stickstofffracht für den Filter. Entscheidend ist nicht nur die Prozentzahl, sondern die Quelle: Fischmehl ist für Koi deutlich besser verwertbar als pflanzliches Protein aus Soja oder Weizenkleber. Steht Fischmehl nicht unter den ersten drei Zutaten, ist die Prozentangabe wenig wert.
Rohfett
Zwischen 5 und 10 Prozent sind üblich. Höhere Werte liefern Energie fürs Wachstum, belasten bei niedrigen Temperaturen aber die Leber. Winterfutter liegt deshalb im unteren Bereich.
Rohasche
Der Wert, den die meisten überlesen. Rohasche ist der mineralische Rückstand und damit ein Indikator für den Anteil an Knochen, Gräten und Füllstoffen. Unter 10 Prozent ist gut, über 12 Prozent spricht für minderwertige Rohstoffe.
Rohfaser
Unter 5 Prozent. Koi haben keinen Magen und können Faserstoffe kaum aufschließen. Was nicht verdaut wird, landet als Feststoff im Filter.
Lege ein paar Pellets in ein Glas Teichwasser. Gutes Futter behält seine Form zehn Minuten und länger und trübt das Wasser kaum. Zerfällt es innerhalb von zwei Minuten zu einer Wolke, geht ein erheblicher Teil der Nährstoffe direkt in den Filter statt in den Fisch.
Farbfutter: was es leistet und was nicht
Farbfutter enthält Carotinoide, meist Astaxanthin oder Spirulina. Sie verstärken vorhandenes Rot und Orange, sie erzeugen es nicht. Ein Koi mit genetisch blassem Hi wird durch Farbfutter nicht kräftig rot. Umgekehrt kann zu viel Farbfutter das Weiß eindunkeln und Kohaku und Sanke stumpf wirken lassen – ein Effekt, den man über Monate nicht zurückdreht.
Praktisch bewährt: Farbfutter gezielt sechs bis acht Wochen vor einer Schau oder im Spätsommer einsetzen, nicht als Dauerfutter über die ganze Saison.
Pelletgröße
- 3 mm – Koi bis etwa 20 cm
- 5 mm – Koi von 20 bis 40 cm, der Standard für gemischte Bestände
- 6 bis 8 mm – Koi über 40 cm
Bei gemischtem Besatz ist die mittlere Größe die pragmatische Wahl. Große Koi nehmen kleinere Pellets problemlos auf, umgekehrt funktioniert es nicht.
Die Fünf-Minuten-Regel
Füttere nur so viel, wie die Fische in etwa fünf Minuten vollständig aufnehmen. Was danach noch schwimmt oder auf den Grund sinkt, war zu viel – und wird zu Ammonium. Diese Regel ist verlässlicher als jede Grammangabe, weil sie Besatz, Temperatur und Tagesform automatisch berücksichtigt.
Häufige Fragen
Kann ich im Sommer einfach mehr füttern, damit die Koi schneller wachsen?
Nur soweit der Filter mitkommt. Mehr Futter bedeutet mehr Ammonium, und wenn die Biologie das nicht umsetzt, steigt erst Ammonium und dann Nitrit. Wer die Fütterung deutlich erhöht, sollte in den folgenden zwei Wochen die Wasserwerte häufiger kontrollieren.
Ist teures Koifutter wirklich besser?
Nicht automatisch, aber die Korrelation ist da. Der Preis wird im Wesentlichen durch den Fischmehlanteil bestimmt, und der ist tatsächlich der qualitätsentscheidende Rohstoff. Vergleiche die Analysewerte und die Zutatenliste – wenn ein günstigeres Futter dort gleichwertig ist, ist es gleichwertig.
Was mache ich mit Restfutter aus der letzten Saison?
Geöffnete Säcke verlieren über den Winter Vitamine, und die Fette können ranzig werden. Futter kühl, trocken und dunkel lagern und angebrochene Gebinde innerhalb einer Saison aufbrauchen. Im Zweifel riechen: ranziges Futter erkennt man deutlich.
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